Sonntag, 21. Dezember 2008

Ciarans Weihnachtsfeier

..angeregt durch Ciarans Blog, habe ich eine alte Weihnachtsgeschichte ausgegraben, die ich mal vor ein paar Jahren verfasst habe. Ist nix Besonderes, mir war aber damals so...vielleicht mögt Ihr sie ja.....

Alle Jahre wieder

Vater und der Weihnachtsbraten


Der köstliche Duft von Rehbraten zieht durch das ganze Haus.
Es ist Heilig Abend, und auf dem Herd gart das traditionelle Weihnachtsessen, Rehbraten, Rotkohl, Salzkartoffeln und Preiselbeerbirnen. Alle Beilagen dürfen Mutter oder wir Kinder vorbereiten. Der Braten aber, der ist alleine Vaters Aufgabe.
Dieses wird beizeiten geplant, denn als Jäger kümmert er sich natürlich selbst um das beste Stück Fleisch.
Sobald das Fest näher rückt, findet dann der übliche Dialog so oder ähnlich statt:
Mutter: „Was essen wir denn in diesem Jahr zu Weihnachten?“
Vater: „Wild natürlich, was sonst?“
Mutter ahnt schon den weiteren Verlauf des Gesprächs, deshalb antwortet sie auch: „Na gut, aber vielleicht können wir es zur Abwechslung einmal anders zubereiten?“
Vater entgegnet erwartungsgemäß: „Kommt gar nicht in Frage, es gibt Rehbraten, so wie wir es immer gemacht haben!“
Diese Antwort duldet keine Widerrede und Mutter fügt sich in die Tradition.
Da der Braten einige Stunden garen muss, fängt Vater schon mittags an zu kochen. Zunächst wird das Fleisch gründlich vorbereitet, gewaschen und penibel von allem Fett und Sehnen befreit. Danach erfolgt das Einreiben mit Salz und Pfeffer und das Anbraten im großen Bräter. Das duftet schon so gut, dass einem das Wasser im Munde zusammenläuft.
Nun wird Flüssigkeit angegossen, Lorbeerblatt, Nelken und Wacholderbeeren zugefügt, der Deckel geschlossen und der Bräter für die nächsten Stunden in den Backofen geschoben.
Während Mutter und wir Kinder die Beilagen vorbereiten, schaut Vater natürlich immer wieder nach dem Stand der Dinge, und wir hören die unvermeidliche Bemerkung: „Er kann noch ein bisschen.“
Endlich ist es soweit, und die endgültige Abrundung der Köstlichkeit kann beginnen. Das Fleisch ist wunderbar zart, es war schließlich auch ein junges Tier. Es erfolgt die Fertigstellung der Sauce, Rotwein, Preiselbeeren, div. Gewürze ....es fehlt noch etwas Sahne und das ganze muss noch gebunden werden...Wir sind immer wieder verblüfft, mit welcher traumwandlerischen Sicherheit Vater nur die besten Zutaten benutzt. Schließlich ist nur einmal im Jahr Weihnachten! Und Mutter sucht derweil im Regal nach geeigneten Diätbüchern für die Zeit nach den Feiertagen.
Zwischendurch haben wir den Tisch weihnachtlich geschmückt und das Festmahl kann aufgetragen werden. Wir setzen uns an unsere angestammten Plätze, es ist wie immer, das Essen ist perfekt, und wir geniessen es alle.
Ja, es ist gut so! Warum sollte man diese Tradition ändern? Dieses Menue gehört zu Weihnachten, wie der rot-gold geschmückte Baum und das gemütliche Beisammensein Kamin.
Und natürlich will niemand etwas anderes essen, als Vaters Rehbraten, zubereitet nach alter Väter Sitte.

© roe 2002

1 Kommentar:

  1. Hallo Sophie,

    vielen lieben Dank für deinen Beitrag zu unserer Blog-Weihnachtsparty!

    Wünsche dir noch einen schönen 4. Advent!

    LG,
    Ciaran

    AntwortenLöschen